Sie sind Rituale, Traditionen, heiß begehrt und verpuffen oft im Dunst des Alltages. Sie spiegeln den Wunsch nach mehr Gesundheit, Gelassenheit, Zufriedenheit und Erfolg wider: Die guten Vorsätze zum Jahresanfang.

Fast jeder ist schon einmal in das neue Jahr mit guten Vorsätzen gestartet. Mehr Sport, eine gesündere Lebensweise, Abnehmen und so vieles mehr.

Und fast jeder von uns hat sie auch schon mal gebrochen, die neuen guten Voraussetzungen.

Was übrig bleibt ist dann oft Frust, Kummer und auch Zweifel an der eigenen Willenskraft.

Und gerade das macht es manchmal noch schlimmer. Aus den gewünschten 15 kg weniger kommt dann noch was drauf und das zu Jahresbeginn abgeschlossene Abo für das Fitnessstudio wird brav weiter bezahlt und hilft nur dabei, das Konto zu leeren.

WARUM IST DAS SO?

Warum halten es die Menschen nicht durch?

Warum geben so viele so schnell auf?

Warum beschummeln wir uns manchmal selbst?

Die Antworten und auch die Hindernisse sind sehr vielfältig. Schauen wir uns das mal im Detail an:

1.) DAS ZIEL 

Die Ziele der guten Vorsätze sind oftmals (leider) zu hoch gesteckt. Bleiben wir bei der Diät. Das Vorhaben, im neuen Jahr 20 kg abzunehmen ist sportlich. Nicht ganz unmöglich, bedarf jedoch einer guten Planung und Disziplin. Würde das Ziel in Etappen eingeteilt werden, wäre das vielleicht hilfreicher, denn sicherlich könnten kleine Teilerfolge schneller erzielt und gefeiert werden. Als Beispiel „Bis zum 1. April nehme ich 5 kg ab!“

Dieses Ziel ist durchaus erreichbar, schließlich purzeln am Anfang recht schnell die Pfunde durch eine Ernährungsumstellung, Verzicht und mehr Bewegung. Man hat also eine Etappe erreicht. Und das macht ganz viel…Stolz, Euphorie und Motivation stellen sich ein – zum Weitermachen.

In kleinen Schritten, die erreichbar sind und die Etappenziele feiern, das verspricht nachhaltigen Erfolg.

2.) WIR SIND NICHT KONKRET GENUG

Ein weiterer Aspekt ist das konkrete Beschreiben des Zieles. Wir ziehen es vor, unverbindlich zu bleiben, denn damit halten wir uns gleich ein kleines Hintertürchen offen. Beispiel:

„Ich möchte mehr Sport treiben“

Helfe Dir selbst beim konkreten Ausformulieren Deines Zieles. Hierzu reicht ein Blatt Papier, ein Stift sowie ein paar Minuten Zeit. Schätze Dein Vorhaben realistisch ein. 

  • Welchen Sport möchtest Du treiben?
  • Wie oft?
  • In welcher Dauer? 10 Minuten oder eine Stunde am Tag?
  • Wieviel Zeit steht in Deinem Alltag zur Verfügung, ohne dass Stress entsteht?
  • Was kannst Du gegebenenfalls an Zeit frei räumen?
  • Was bist Du bereit, täglich an Zeit zu investieren?
  • Wie hoch soll Deine finanzielle Investition sein?
  • Wer kann Dich in Deinem Vorhaben unterstützen?
  • Wie genau ist die Zielbeschreibung?
  • Was ist Dein Antrieb dafür?
  • Warum genau möchtest Du es erreichen?
  • Hast Du Sportpartner?
  • Hast Du schon beim ausgewählten Sport Erfahrung oder beginnst Du bei Null?

Fragen über Fragen.

Und hier passiert etwas ganz Entscheidendes.

Wenn wir uns bewusst einer Aufgabe stellen und konkret werden, dann haben wir eine kleine Verpflichtung. Denn wir möchten nicht an Glaubhaftigkeit verlieren.
Auch misslungene Vorhaben speichern sich bei uns ab, schnell wird man an den Schmerz des vermeintlichen Scheiterns erinnert. Dieses mal soll es doch klappen!

Optimalerweise das Ziel bis ins kleinste Detail ausformulieren und schriftlich in einem Notizbuch, Jahresplaner etc. festhalten. Da darf man gerne immer wieder mal rein schauen, denn das ist ein Antrieb.

Mit einem eigenen Commitment Dir selbst gegenüber bekommt ein Vorsatz gleich ein neues Gewand.

Und ein präzise formuliertes Ziel hilft schon bei dem nächsten Punkt.

3.) WIE SIEHT DER EXAKTE PLAN FÜR DIE UMSETZUNG AUS?

Komme in die Planung, auch hier wieder detailreich!

Sei es ein sportliches Ziel, ein gesundheitliches oder gar berufliches Ziel.

Gut geplant ist halb gewonnen.

Erstelle Dir Trainingspläne, Tagespläne, Speisepläne etc. Für jedes Ziel gibt es die Möglichkeit, einen entsprechenden Plan zu erstellen.

Denn dann kann im Vorfeld schon entschieden werden, ob es wirklich ein Plan ist, der lohnenswert erscheint, durchzuhalten.

Wenn diese Fragen vorher geklärt sind, hast Du einen roten Faden und Struktur. Ungereimtheiten werden vermieden und Unzufriedenheit bleibt fern.

4. ) VERBINDLICHKEIT!

Wenn Du die beiden vorherigen Punkte bearbeitet hast, dann ist bereits tatsächlich eine Absicht vorhanden.

Du gehst mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit nun an die Sache wohl überlegt heran. Ohne ziellos herum zu irren.

Setze Dir einen Termin. 

Mache mit Dir selbst einen Vertrag. Schriftlich oder mündlich. Gebe Dir selbst ein eigenes Versprechen ab.

Das hat mit Selbstwert, Selbstakzeptanz und Selbstliebe zu tun. Sei Du es Dir wert.

Und setze bereits heute die Belohnung fest. Natürlich ist das Erreichen des Zieles die Belohnung. Aber dafür wird (meist) auch ganz schön viel geleistet. Das bedeutet Verzicht, Disziplin und Durchhaltevermögen. Für diese Entbehrungen darf es was Schönes geben. Vielleicht einen Wellness Tag? Oder ein Besuch in einem ganz besonderen Restaurant…die Möglichkeiten sind ganz individuell und vielfältig.

5.) ERFOLGE FEIERN!

Erlaube Dir, Deinen Erfolg zu feiern. Selbst die kleinen Etappenziele. 

Lege auch hier bereits heute fest, wie der Erfolg gefeiert wird. 

6.) SUCHE DIR UNTERSTÜTZUNG!

Manchmal ist man mit seinem Vorsatz ganz alleine. Und wie immer im Leben hat man es als Einzelkämpfer schwerer.

Auch hier gibt es wieder ganz vielfältige Möglichkeiten.

Sei es eine Freundin oder einen Sparringspartner.

Es gibt Laufclubs, Sportverbände und in fast jeder Gemeinde einen Turnverein.

Du kannst Gleichgesinnte für alle möglichen Themengebiete in allen Social Media Kanälen oder auch physisch treffen.

Wichtig ist der Austausch. Es gibt auf diesem Wege jede Menge Tipps, Ratschläge und Erfahrungsberichte, wo Du das für Dich Passende auswählen kannst.

Du hast Gelegenheit, Dein Herz auszuschütten oder Dir eine Portion Motivation abholen.

Gemeinsam kann man sich auffangen und auch die Erfolge feiern.

7.) SEI GEDULDIG

Willensstärke lässt sich trainieren wie ein Muskel.

Empfehlenswert ist es, sich seinem Ziel täglich ein kleines Stückchen zu nähern.

Eine ständige Wiederholung legt sich im Unterbewusstsein ab. Und da wollen wir hin.

Schließlich hat sich dort über lange Zeit Dein Verhalten, schlechte Angewohnheiten und mangelnde Disziplin breit gemacht.

Selbst wenn Du heute erfolgreich Deinen Vorsatz umsetzt, so ist damit der nachhaltige und dauerhafte Erfolg noch nicht vorprogrammiert. In stressigen Zeiten, bei schlechter Laune oder Kummer werden wir wieder „rückfällig“ und der innere Schweinehund kehrt zurück.

So berücksichtige in Deinem Plan, dass Du täglich an Deinem Ziel arbeitest. Dazu gibt es schöne Möglichkeiten, ohne in Stress zu geraten.

Zwei Beispiele:

Wenn Du an einem sportlichen Ziel arbeitest, mache die Woche drei intensive Einheiten, einen Tag Pause und an den anderen Tagen machst Du beispielsweise 10 Liegestütz. Oder laufe nur noch Treppen, anstatt den Aufzug zu nehmen. Oder anstatt den Bus in der Frühe zur Arbeit, ein kleines Workout per Roller, Fahrrad oder zu Fuß.

Bei Vorsätzen zur Gewichtsabnahme einfach in die Ernährung kleine süße Belohnungen integrieren. Nein, nicht in Form von Schokolade oder Zucker, sondern Lychees, Kumquats etc.Das kann auch bei Heißhungerattacken helfen.

Und sollte dann doch mal was aus dem Ruder laufen, weil Du keine Lust hast oder demotiviert bist, dann ist es halt so! Gehe nicht zu hart mit Dir ins Gericht. Strafe Dich nicht dafür ab, sondern sei’ einfach geduldig. Mit liebevoller Annahme Dir selbst zugestehen, dass Du auf einem sehr guten Weg bist und heute sich ein kleiner Irrtum eingeschlichen hat.

WARUM MACHEN WIR UNS EIGENTLICH IM JANUAR SO EINEN STRESS?

Neues Jahr, neues Glück.

Wir schließen gerne das alte Jahr ab und lassen unschöne Angewohnheiten im alten Jahr zurück. Das neue Jahr soll mit neuem Elan und dem Spirit des Neuanfangs beginnen.

Doch eigentlich hat jeder Monat, jede Woche und jeder Tag einen Neuanfang, oder?

Wir sollten viel öfters im Jahr uns hinterfragen, ob denn beispielsweise die Waage nicht ein paar Pfunde zuviel ausweist, oder das Rauchen immer noch so sinnvoll erscheint.

Gesundheit, Wohlergehen, Zufriedenheit und Erfolg haben kein Anfangs- und Ablaufdatum.

Und ich bin mir ganz sicher, mit der entsprechenden Planung wirst Du Deinen Vorsatz erfolgreich umsetzen können, gleichgültig zu welcher Zeit.

Du hast jeden einzelnen Tag Gelegenheit dazu. Und vielleicht würde das auch den „Schrecken“ den Neujahrsvorsätze nehmen, wenn wir gelegentlich uns selbst auffordern, jetzt doch mal dies oder das zu tun. Wenn wir in Bewegung kommen, körperlich als auch geistig.

Wenn wir uns selbst das Versprechen abgeben, gut für uns selbst zu sorgen.

Fange noch HEUTE an, egal welches Datum heute ist, wenn Du diesen Text liest.

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